„Lange Laube und Steintorplatz“, Hannover


Städtebaulicher Realisierungswettbewerb mit Ideenteil

Lange Laube (Realisierungsteil)
Stärkung der Verbindungsachse
Der Straßenraum der Langen Laube wird gestärkt durch Homogenisierung und Beschränkung auf wenige Gestaltungselemente, die einer strengen Ordnung folgen: Eine Reihe hochaufgeasteter, schlanker Bäume Carpinus betulus Fastigata markiert die klassizistische Achse Hannover Herrenhausen vom Zentrum zum Königsworther Platz und damit zum Beginn der Herrenhäuser Allee.

Der Streifen der Baumreihe definiert die Zone, die im Straßenraum dauerhaft eingerichtet wird: Fahrradständer, PKW- Stellplätze und blockhafte Bänke wechseln einander ab innerhalb der regelmäßigen Abstände zwischen den bodenbündigen Baumscheiben.

Die Baumachse teilt den Straßenraum und kontrastiert in ihrer Regelmäßigkeit die leicht verschwenkten Gebäudefluchten der Langen Laube, so dass sich im Wechsel der Raumbreiten spannungsvolle Perspektiven bilden.

Beleuchtung
Die Asymmetrie des Straßenraums wird unterstützt durch asymmetrische Beleuchtung: Mastleuchten einseitig nördlich der Fahrbahn erzeugen gerichtetes indirektes Licht, während Bodenstrahler in der Achse der Baumreihe nordseitig die Baumkronen erhellen, so dass unterschiedliche Lichtdichte der nächtlichen Fassaden der Gebäudenutzung entsprechend ihrerseits differenzierte Lichtabschnitte bilden kann.

Am östlichen Endpunkt der Langen Laube breitet sich ihr Pflaster stufenlos in den Steintorplatz hinein aus, um mit den fächerförmig geteilten Platzflächen durch ihre Farbigkeit in Korrespondenz zu treten und signifikant den querenden Achsialverkehr von Fußgängern und Radfahrern hervorzuheben.

Der Auftakt im Westen am Neustädter Friedhof wird durch Wasserbecken markiert, die Maßstäblichkeit und gleichzeitig Distanz erzeugen, sowohl zum Allianzgebäude wie zur Verkehrsachse der Brühlstraße.

Eine Baumverdichtung zur Brühlstraße erzeugt mit dem Baumbestand des Friedhofs eine bedeutungsvolle „Lichtung" am Wasser, um über die Otto- Brenner- Straße hinwegzuleiten.


Steintorplatz (Ideenteil)
Der in der Wirkung der klassizistischen Achse lediglich Abstand bildende derzeitige Platz am Steintor wird aufgehoben, gleichzeitig sind die verkehrstechnisch bestimmten trichterförmigen Aufweitungen der Straßenräume von Münzstraße, Georgstraße und Kurt-Schumacher-Straße aufzugeben, um einen eindeutig begrenzten und geformten Stadtraum zu erzeugen, den neuen Steintorplatz.

Flankierende Neubauten Im Osten wird der unscheinbare Nordmann- Block ersetzt durch einen prägnanten Neubau, mit einer Basis aus transparenter Gastronomienutzung mit Durchlässigkeit zur überglasten „Nordmannpassage", in den Obergeschossen als geschlossene Platzwand.

Dieser Riegel tritt soweit zurück, dass die Mündung der Kurt-Schumacher-Straße in den Platz einbezogen und gleichzeitig die Mündung der Georgstraße präzisiert wird.

Die Nordbebauung der Kurt-Schumacher-Straße soll aufgewertet werden, um auch die nördliche Platzkontur zu stärken.

Ein neues Mediengebäude füllt das freie Dreieck an der Goethestraße, die Achse flankierend und stärkend, so dass sie als neue Tangente am Platz auch mühelos den Verkehrsfluss der Münzstraße überbrückt.

Eine Aufwertung des südwestlichen Blockrandes im Sinne einer Reduzierung der Straßenraumbreite kann diese Wirkung unterstützen.

Der neu definierte Steintorplatz kann sich Dank seiner deutlichen Prägung als Stadtraum behaupten, erzeugt Intensität der Achsverbindung Georgstraße Lange Laube und vielfältig nutzbaren Lebensraum.

Die tangierenden Verkehrstrassen von Kurt-Schumacher-Straße im Norden und Münzstraße im Westen werden Bestandteil des Platzes, ohne ihn zu beherrschen.

Der steinerne Platz ist Veranstaltungsort, wird durch die Medienwände bespielt und durch Licht- und Wasserspiele belebt.

Lichtstelen markieren die Verkehrskanten und ergänzen die Achse im Platzbereich, ein prägendes Kunstobjekt nimmt Bezüge der Stadträume auf.

Das Anzeiger- Hochhaus steht am neuen Steintorplatz und markiert den Übergang zum Grünzug der Goseriede.

Verkehrskonzept Der Durchgangsverkehr der Goseriede wird einseitig westlich des gestärkten Grünzugs des St.- Nikolai- Friedhofs geführt zugunsten des Rückbaus der Verkehrsflächen im Mündungsbereich.

Der Bereich Marstall/Altstadt wird von der Münzstraße über eine Zufahrt durch die Reuterstraße und eine Ausfahrt durch die Scholvinstraße jeweils in Einbahnrichtung erschlossen.

Der Entfall der derzeitigen Verkehrsführung über Georgstraße und Steintorstraße führt zur Entlastung und Aufwertung der Fußgängerzonen gleichzeitig entfällt durch das beschriebene Verlagern der Erschließung Altstadt vom Steintorplatz in Richtung Goethestraße das zur Zeit problematische Rückstauen der Abbieger bis über die axiale Fußgängerquerung.

Durch diese Maßnahme und durch den Wegfall der Rechtsabbieger aus der Münzstraße in die Lange Laube kann die wichtige Querung der Münzstraße für Fußgänger und Radfahrer wesentlich großzügiger gestaltet werden.

 

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